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20.02.2010

Die Stadtratsfraktion SPD – Bündnis `90/Die Grünen informiert zur IBA Köthen

In diesem Jahr 2010 wird eines der zentralen Projekte der CDU-SPD-Koalitionsregierung unseres Landes Sachsen-Anhalt, die Internationale Bauausstellung STADTUMBAU 2010, im folgenden kurz IBA genannt, zu einem vorläufigen Abschluss gebracht werden. Hauptziel dieses Projektes ist es eine besondere Fachkompetenz auf staatlicher und kommunaler Ebene in Sachsen-Anhalt für die Praxis des Stadtumbaus zu bilden. Dabei sollten bis 2010 modellhafte Projekte in 19 verschiedenen Städten entwickelt werden, die unter den Bedingungen des demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandels Zeichen für die internationale Stadtforschung und -gestaltung setzen.

Köthen ist mit seinem Projekt „Homöopathie als Entwicklungskraft“ eine der IBA-Städte. Die besondere Herausforderung besteht bei diesen Stadtumbau – Projekten darin, unter Bedingungen einer nicht abwendbaren dramatischen demografischen Schrumpfung der Bevölkerungszahlen trotzdem eine Stadtentwicklung im Sinne einer erlebbaren Verbesserung der urbanen Lebensqualität für die Bewohner zu gestalten. Die bewusste Annahme dieser Herausforderung als Aufgabe für Stadtplaner, Architekten, Stadtverwaltung, Bürger und Stadtrat kann als Novum in der langen Geschichte der zivilen Gestaltung urbaner Gemeinschaften gesehen werden. Die bisherigen Aufgabenstellungen gingen immer von Wachstum als bestimmendem Entwicklungs-Element aus.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich von Anfang an (2004) der inhaltlichen und kommunalpolitischen Begleitung und Sicherung des Köthener IBA-Projektes gewidmet und für die Herbeiführung und Absicherung notwendiger Beschlüsse geworben.
Jetzt, im IBA-Abschlussjahr 2010, liegen beachtliche und im wahrsten Sinne des Wortes „greifbare“ Ergebnisse des IBA-Prozesses vor, die in diesem Jahr den Köthener Bürgern und der nationalen und internationalen interessierten Öffentlichkeit in diversen Formen präsentiert werden :

Hier eine grobe Übersicht der Präsentationen :
8.AprilFeierliche Eröffnung auf Landesebene : Magdeburg , Johanneskirche
9.AprilInternat. Konferenz „Die anderen Städte – Stadtentwicklung ohne Wachstum“, Magdeburg, Johanneskirche 10.00 bis 17.00 Uhr
IBA-Ausstellungseröffnung am Bauhaus Dessau ca. 19.00 Uhr
10.AprilExkursionen aus Magdeburg und Dessau zu diversen IBA-Städten
16.AprilVernissage der Köthener IBA-Ausstellung „Europäische Bibliothek für Homöopathie“ , Wallstrasse;
IBA – Info – Punkt auf dem Marktplatz
IBA – Info – Box in der Ludwigstrasse
13.-15.Mai160. Jahrestagung des DZVhÄ mit öffentlichen Veranstaltungen Veranstaltungszentrum Schloss Köthen
28./29. AugustKöthener Homöopathiesommer „Wohlfühlen – anders leben“ u.a. mit workshop zum Köthener IBA – Projekt
ab 16.Aprilzu ausgewiesenen Zeiten wöchentlich :
Köthener IBA-Ausstellung, IBA-Info-Punkt Marktplatz,
IBA-Box Ludwigstrasse, Köthener Homöopathiepfad
Was sind die Hauptergebnisse des IBA-Prozesses für die Köthener Bürger ?
Städtebaulich dauerhaft erkennbar :
Das architektonisch und denkmalpflegerisch vorbildlich sanierte Spitalgebäude des ehemaligen Klosters der Barmherzigen Brüder in der Wallstrasse incl. Außenanlagen.

Der als repräsentatives Eingangsensemble in die Innenstadt neu gestaltete Platz am Magdeburger Turm.

Die für jeden erkennbare Revitalisierung der Ludwigstrasse als Beispiel für die Möglichkeit der Wiederbelebung scheinbar „verlorener“ Stadtquartiere.

Die Gestaltung einer Abrissbrache als Streuobstwiese für Anwohner und Kinder im Neubau-Quartier Mühlenbreite als ein Beispiel für die Nutzung von unabwendbaren Baulücken beim Rückbau von Wohnbauten.

Wirtschaftlich relevante nachhaltige Wirkungen :
Die Etablierung der Stadt Köthen als „Heimat“ für die homöopathischen Ärzte Deutschlands und Europas, die als Präsenzort eines akademischen Studienganges, des zugehörigen informationellen Zentrums dieser Heilweise (Bibliothek+IT-Zentrale) und einem daraus resultierenden regen Tagungs- und Seminarangebot; das bewirkt einen Bedarf an diversen Dienstleistungen durch ansässige Unternehmen, der unstrittig zusätzliche wirtschaftliche Prosperität entfaltet.

Die Sicherung und Qualifizierung der aus den reichen kulturhistorisch erwachsenen Traditionen der Stadt Köthen herrührenden Potentiale für die stete Weiterentwicklung eines spezifischen Stadt- und Klientel-Tourismus, der wiederum den ortsansässigen Dienstleistungs-Sektor fördert.

Die Verstetigung und Weiterentwicklung des positiven Images der Stadt Köthen als lebendige und von hoher Lebens-und Aufenthalts-Qualität geprägten mitteldeutschen Kleinstadt, die als Wohn – und Hochschulstadt für neue Permanent-und Lebensabschnitts-Bewohner eine gewisse Anziehungskraft ausstrahlt und so die demografische Abwärtsentwicklung abmildert.

Wirkungen auf die psycho-sozialen Denk- und Empfindungsweisen der Einwohner/Kommunalpolitiker/Verwaltung : Der IBA-Prozess hat gezeigt, dass es möglich ist, gegen das scheinbare „Ausgeliefertsein“ an den demografischen Gesamtprozess aktive mildernde Gegenstrategien auf örtlicher Ebene zu finden.

Die in Köthen sehr ausgeprägte Einbeziehung von mit der Stadt eng verbundenen „Außenstehenden“ (hier homöopathische Ärzte, Spezialisten des Bauhauses Dessau, Studenten), hat eine sonst in einer Kleinstadt leicht entstehende geistige Enge in den Denkansätzen vermieden.

Die bei allen IBA-Einzelprojekten versuchte, nicht immer voll gelungene, Einbeziehung von betroffenen Einwohnern, Eigentümern und sonstigen Interessierten sollte und muß bei allen kommenden Stadtentwicklungsprojekten als, wenn auch anstrengender, Normalfall versucht werden (wie z.B. die jüngsten Diskussionen zum Stadtteilentwicklungskonzept Rüsternbreite zeigen).

Die Stadtratsfraktion SPD-Bündnis`90/Die Grünen bietet allen interessierten Köthenern an, die oben genannten und weitere Aspekte/Fragen/Hintergründe/Details zum Köthener IBA-Projekt in den monatlichen Sprechstunden oder in anderen geeigneten Formen mit Ihnen in den nächsten Wochen zu diskutieren.

Hans – Werner Thote
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